Selbstverteidigung, Karate, Taekwondo, Kampf, Verteidigung, Kämpfer, Kampfsport, Sport, Training, Mann, Frau, Übung, Aikido, Kämpfen, männlich, Mädchen, Kraft, Übung, Aktivität, Judo, Kampf, Karate, Karate, Karate, Taekwondo, Taekwondo, Taekwondo, Taekwondo, Kampfsport, Kampfsportarten, Kampfsportarten, Kampfsportarten, Aikido, Judo, Judo

Judo – Die Kunst des sanften Weges

User avatar placeholder
Written by Adrian Gramada

Dezember 3, 2025

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Judo bedeutet «sanfter Weg» – die Technik siegt über rohe Kraft
  • Olympische Sportart seit 1964 mit über 40 Millionen Aktiven weltweit
  • Perfekt für Selbstverteidigung: Würfe, Haltegriffe und Hebeltechniken
  • Einstieg ab 5 Jahren möglich, Vereinsbeitrag CHF 250–450 pro Jahr

Judo ist die Kunst, den Gegner mit minimaler Kraft zu besiegen. Der japanische Kampfsport nutzt die Energie des Angreifers gegen ihn selbst. Ein 60-Kilo-Judoka kann einen 100-Kilo-Gegner elegant zu Boden werfen – wenn die Technik stimmt. Dieser Ratgeber zeigt dir die wichtigsten Würfe, Bodentechniken und wie du mit Judo beginnst. Mehr über Judo und andere Disziplinen findest du in unserem Überblick zu Kampfsportarten.

Was ist Judo?

Judo wurde 1882 von Jigoro Kano in Japan entwickelt. Er kombinierte die effektivsten Techniken verschiedener Jiu-Jitsu-Schulen zu einem neuen System. Das Ziel: maximale Wirkung bei minimalem Aufwand.

Der Name setzt sich zusammen aus «Ju» (sanft, flexibel) und «Do» (Weg). Die Philosophie dahinter: Nachgeben, um zu siegen. Statt Kraft gegen Kraft zu setzen, nutzt der Judoka die Bewegung des Gegners aus.

Seit 1964 ist Judo olympisch. Heute trainieren über 40 Millionen Menschen weltweit diesen Sport. In der Schweiz gibt es rund 300 Vereine mit etwa 25’000 aktiven Mitgliedern.

Die wichtigsten Judotechniken

Judo kennt drei Hauptkategorien von Techniken:

KategorieJapanischBeschreibung
WurftechnikenNage-wazaGegner zu Boden werfen
BodentechnikenNe-wazaHalten, Würgen, Hebeln
FalltechnikenUkemiSicher fallen lernen

Die 5 wichtigsten Würfe für Anfänger

WurfDeutschSchwierigkeitBeschreibung
O-soto-gariGrosse AussensichelEinfachBein von aussen wegfegen
O-goshiGrosser HüftwurfEinfachKlassiker über die Hüfte
Seoi-nageSchulterwurfMittelGegner über Schulter werfen
Uchi-mataInnerer SchenkelwurfFortgeschrittenBein zwischen Gegnerbeine
Harai-goshiHüftfegerMittelKombination Hüfte + Beinfeger

Bodentechniken (Ne-waza)

Am Boden geht der Kampf weiter. Drei Technikkategorien:

Haltegriffe (Osaekomi-waza): Den Gegner 20 Sekunden am Boden fixieren bringt Ippon (voller Punkt).

Würgegriffe (Shime-waza): Kontrolliertes Würgen bis zur Aufgabe. Nur für Fortgeschrittene.

Hebeltechniken (Kansetsu-waza): Armhebel zwingen zur Aufgabe. Im Wettkampf nur am Ellbogen erlaubt.

Das Gürtelsystem im Judo

Der farbige Gürtel zeigt den Fortschritt des Judokas:

GürtelFarbeStufeTypische Trainingszeit
MukyuWeissAnfänger0–6 Monate
5. KyuGelbGrundstufe6–12 Monate
4. KyuOrangeGrundstufe1–2 Jahre
3. KyuGrünMittelstufe2–3 Jahre
2. KyuBlauMittelstufe3–4 Jahre
1. KyuBraunOberstufe4–5 Jahre
1.–5. DanSchwarzMeistergrade5+ Jahre

Die Prüfungen umfassen Technik-Demonstrationen, Kata (Formen) und Randori (Übungskampf).

Training und Tipps für Einsteiger

Der typische Trainingsablauf

Ein Judo-Training dauert 60–90 Minuten:

  1. Aufwärmen (15 Min): Laufen, Gymnastik, judospezifische Übungen
  2. Fallschule (10 Min): Ukemi – sicher fallen lernen
  3. Techniktraining (30 Min): Würfe und Bodentechniken üben
  4. Randori (20 Min): Freier Übungskampf
  5. Abwärmen (10 Min): Dehnen, Meditation

Die ersten Schritte

Beginne mit der Fallschule. Bevor du wirfst, musst du fallen können. Die Ukemi-Techniken schützen dich vor Verletzungen und nehmen die Angst vor dem Geworfen-werden.

Tipp: Trage unter dem Judogi (Anzug) keine Kleidung mit Reissverschlüssen oder harten Elementen.

Wer nach einer Kampfsportart mit mehr Schlag- und Tritttechniken sucht, findet bei Ringen einen verwandten Griffkampfsport.

Ausrüstung und Kosten

Was du brauchst

AusrüstungBeschreibungKosten (CHF)
Judogi (Anzug)Weisse Jacke + Hose40–120
GürtelIm Anfängeranzug enthalten10–20
Zori (Sandalen)Für den Weg zur Matte15–30
OhrenschutzOptional, für Wettkämpfer20–40

Gesamtkosten Anfänger: CHF 50–150

Vereinskosten

PostenKosten pro Jahr (CHF)
Mitgliedschaft Erwachsene300–500
Mitgliedschaft Kinder200–350
Lizenz Swiss Judo60–80
Wettkampf-Startgelder20–40 pro Turnier

Judo in der Schweiz

Swiss Judo & Ju-Jitsu

Der Schweizerische Judo und Ju-Jitsu Verband (SJV) organisiert den Sport national. Rund 300 Vereine bieten Training an – von Grossstädten bis in kleine Gemeinden.

Bekannte Schweizer Judokas

  • Sergei Aschwanden: Olympia-Bronze 2008, mehrfacher EM-Medaillengewinner
  • Evelyne Tschopp: Europameisterin, Olympiateilnehmerin
  • Nils Stump: Aktueller Spitzenkämpfer, EM-Medaillengewinner

Verein finden

Auf sjv.ch findest du alle Vereine in deiner Nähe. Die meisten bieten kostenlose Schnuppertrainings an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Judo gut zur Selbstverteidigung?

Ja, Judo ist hervorragend für die Selbstverteidigung. Die Wurftechniken sind in realen Situationen sehr effektiv. Du lernst, einen Angreifer schnell zu Boden zu bringen und dort zu kontrollieren. Bodentechniken wie Haltegriffe ermöglichen es, den Gegner zu fixieren, ohne ihn ernsthaft zu verletzen. Viele Polizei- und Sicherheitskräfte trainieren Judo-Techniken.

Was ist der Unterschied zwischen Judo und Jiu-Jitsu?

Judo fokussiert auf Würfe und sportlichen Wettkampf, Jiu-Jitsu ist umfassender. Judo wurde aus Jiu-Jitsu entwickelt und konzentriert sich auf Wurf- und Bodentechniken ohne Schläge. Jiu-Jitsu (besonders Brazilian Jiu-Jitsu) betont den Bodenkampf stärker. Im klassischen Jiu-Jitsu sind auch Schläge und Tritte enthalten. Für Wettkampfsport ist Judo strukturierter, für reine Selbstverteidigung bietet Jiu-Jitsu mehr Vielfalt.

Ab welchem Alter können Kinder mit Judo beginnen?

Kinder können ab 5–6 Jahren mit Judo starten. In diesem Alter lernen sie spielerisch die Fallschule und erste einfache Techniken. Der Fokus liegt auf Koordination, Spass und sozialer Entwicklung. Ab 8–10 Jahren wird das Training technischer. Judo fördert Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen – Werte, die auch ausserhalb der Matte wichtig sind.

Fazit

Judo ist mehr als ein Kampfsport – es ist eine Lebensschule. Die Philosophie des «sanften Weges» lehrt, mit Köpfchen statt mit Kraft zu siegen. Der Sport eignet sich für alle Altersgruppen und bietet neben Fitness auch praktische Selbstverteidigungsfähigkeiten.

Neugierig geworden? Finde einen Verein in deiner Nähe und erlebe selbst, was Judo ausmacht. Weitere Kampfsportarten findest du in unserem Kampfsportarten-Ratgeber.

Adrian

Sport-Enthusiast, SEO-Experte und Gründer von MCSport.ch. Adrian schreibt über Sporttrends, Fitness und aktiven Lifestyle in der Schweiz.

Hinterlassen Sie einen Kommentar